Seminar:

Musik der Poesie - Musikalische Realisationen in der Dichtung des 19. und 20. Jahrhunderts

Donnerstag, 13 - 14 Uhr 30 (pktl.)
Seminarraum (Kultur- und Geistesgeschichte)

Der antike Mensch hätte die künstliche, aber so gar nicht künstlerische Trennung der beiden Künste Musik und Dichtung wohl gar nicht verstanden. Keine Dichtung ohne Musik, ohne Gesang, ob sie nun tragisch oder komisch, episch oder lyrisch, tänzerisch graziös und erotisch oder andächtig reflektierend war. Zumindest Lyra oder Flöte als Minimalbeigabe zum dichterischen Wort, der Dichter als Sänger, Lesen als Klangerlebnis, selbst wenn es nur für sich allein geschah. Stilles Lesen war dem antiken Menschen fremd. Es wäre, wie eine Partitur für den Laien, eine tote Angelegenheit gewesen. -
Besonders seit der Romantik wurde wieder verstärkt das Klanglich-Musikalische in der Poesie verstärkt, das aber auch noch in der Dichtung des 20. Jhdts bis zur Konkreten Poesie der Wiener Gruppe nicht selten text-konstituierend ist. -
Das Aufmerksammachen (auch durch gemeinsames lautes Lesen) steht in diesem Seminar im Vordergrund, das musikalische Wirken poetischer Texte soll entdeckt und erprobt werden.