Österreichische Frauenbilder. Eine Alltagsästhetik

Seminar [auch anrechenbar für Schwerpunkt Gender]
Dr. Madalina Diaconu

Dienstag, 11:00-12:30 Uhr,
Seminarraum der Kultur- und Geistesgeschichte

Im Seminar werden Frauenbilder, die das Selbstbewusstsein der ÖsterreicherInnen in ihrer aktuellen Politik und im Alltag prägen, gemeinsam diskutiert. Gesucht wird vor allem nach vermeintlichen „spezifisch österreichischen“ Frauentypen im Vergleich zu anderen europäischen Ländern und nach ihren bildhaften Repräsentationen in der Öffentlichkeit (z. B. Statuen, Werbungen, alte Postkarten und Fotos, Münzen, Frauenzeitschriften, Performances, Filme, Fernsehen etc.).

In den letzten 150 Jahren war „die“ Österreicherin: Kaiserin – auch wenn keine Mutter der Nation mehr (Sissi vs. Maria-Theresia) –, Suffragette und Pazifistin (Bertha von Suttner); sie trat der sozialistischen Frauenbewegung bei (Rosa Mayreder) oder blieb ein „süßes Mädel“ und doch immer „unsere liebe Frau“; sie ließ sich (oder auch nicht) von der Psychoanalyse entschleiern (der Fall „Dora“), nahm als Muse (Alma Mahler) und Mäzenin, als Salondame und als Künstlerin bzw. Performerin am Kulturleben teil. Nach dem Krieg folgten die (Bilder der) „Trümmerfrauen“, „Emanzipierten“, Girlies, Models und Fernsehmoderatorinnen, Powerfrauen und coolen Mütter, „neue Österreicherinnen“ mit ihren teilweise andersartigen Familienstrukturen und Geschlechterrollen usw.

„Auf der Alm gibt’s ka Sünd“? – Wo liegt der Stolz und wo die Scham der österreichischen Frauen?

Besonders wert gelegt wird auf eine vielfältige methodische und kreative Gestaltung des Seminars, durch Recherchieren von Biographien und Memoiren von Persönlichkeiten, Beobachtungen der Alltagsästhetik, Studien vor Ort und „Stadtbesprechungen“, Interviews und oral history  usw.

Prüfungsmodalitäten:
Impulsreferat und schriftliche Ausarbeitung. Kontinuierliche Teilnahme an der Diskussion.