Hofmannsthals Bühnengestalten: Zur Erotik des Fin de siécle

Seminar
Dr. Ilija Dürhammer

Donnerstag, 13:30-15:00 Uhr,
Seminarraum der Kultur- und Geistesgeschichte

Im Zuge der Emanzipationsbewegunen (sowohl der Frau als auch gleichgeschlechtlich Liebender) des 19. Jahrhunderts entwickelte die Literatur und das Theater vor allem bis um die Jahrhundertwende eine farbenprächtige Palette von erotischen Konstellationen. Femme fatale, femme fragile, männliche oder knabenhafte Frauen tauchten zunehmend in allen Kunstformen auf. In Wien, der Stadt Sigmund Freuds und des umstrittenen Otto Weiningers, entwickelte sich parallel zu Berlin und Paris eine spezifische Form des Weiblichen, die etwa in Schnitzlers „süßem“ Mädel Mode machte, in Kontrast dazu aber bei Hofmannsthal vorzugsweise androgyne Komponente aufweist. In der Opernwelt fiel diese besonders seit dem 18. Jahrhundert gern gepflegte Form der „Hosenrolle“ weniger auf, aber Hofmannsthal bevorzugte auch im Sprechtheater, Ballett, Lyrik und Prosa diese spezifische Form der erotischen Möglichkeiten.

Neben Hofmannsthals (Bühnen)Gestalten sollen in diesem Seminar auch Vor- und Mitläufer (Schnitzler, Andrian, Beer-Hofmann, Bahr, Ibsen, Wilde, Jacobsen, Proust, George...) in Überblick und Beispielen vorgestellt werden.