"Helena pulcherrima, Helena ist die Schönste."
Frauengestalten des antiken Mythos als Leitbilder unserer Kultur

Proseminar, 2 Stunden, Dr. Siegrid Düll, Montag, 12:30-15:30 Uhr,
Seminarraum Kultur- und Geistesgeschichte,
Block (Termine: 11.10.04, 25.10.04, 08.11.04, 22.11.04, 06.12.04, 17.01.05)

 

Frauengestalten der Antike gehören zu den Wunsch- und Schreckbildern, die offenbar wegen ihrer dämonischen Anziehungskraft nicht nur die Welt der Gebildeten auch in den nachfolgenden christlichen Jahrhunderten beschäftigt haben. Inzwischen ist z.B. die ursprüngliche Baumgöttin Helena, eine Substitutin der Aphrodite-Venus, längst in den profanen Alltag unserer Gegenwart gestiegen und wirbt als gipserstarrtes Model für Haut- und Haarkosmetik. Ihre Eigenschaften schön, untreu, dominant und verführerisch sollen im Rahmen der Geschlechterforschung im Zeitsprung der Jahrhunderte gemeinsam erörtert werden.

Aus der vielseitigen Verwendung antiker Frauenmerkmale wuchsen bis heute neue Deutungsmöglichkeiten, wie sie in literarischen Texten ablesbar sind und insbesondere in der Frauenpresse bei Christine Brückner, Marion Giebel, Marie-Luise Kaschnitz, Mary Lefkowits oder Barbara Tuchmann sehr individuell interpretiert werden.

Basis mit Literaturhinweisen: Franz Witek, Frauengestalten des antiken Mythos. Ein Lesebuch, Arianna 3, 200