Manfred Wagner

Bibliografie zur "Kulturwissenschaft"


Publikationsnachweis:
"Bibliographie". In: Wagner, Manfred (2000). Stoppt das Kulturgeschwätz! Eine zeitgemäße Differenzierung von Kunst und/oder Kultur. Wien--Köln--Weimar: Böhlau, pp. 172-213
"Fachliteratur: schwierig zu finden, noch schwieriger zu lesen". In: ibid., pp. 170-171


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Fachliteratur: schwierig zu finden, noch schwieriger zu lesen

Wie nahezu immer in der Wissenschaftsgeschichte widerspiegeln sich terminologische Schwierigkeiten und Vermischungen im Schrifttum, gleichgültig, ob me zentriert. Dies ist verständlich, weil neben der Breite des Begriffs, selbst wenn er nur im europäisch-amerikanischen Kontext verwendet wird, außergewöhnlich viele regionale Differenzierungen auftreten und weil es immerhin um eine Zeitspanne von ca. 200 Jahren geht, wobei das 20. Jahrhundert an Literatur nahezu explodiert. Insbesondere seit 1960 hat das Schrifttum über "Kunst und Kultur" derart zugenommen, daß niemand mehr imstande sein wird, einen entsprechenden Überblick zu behalten. Dies ist nicht nur ein Kennzeichen des opulenten Wirtschaftswachstums auf dem printmedialen Sektor, der vor seiner zwar nicht denkbaren, aber immerhin von vielen prognostizierten Ablöse durch die elektronischen Medien eine Hochblüte erreicht, die gewaltig ist. Es hat auch deutlich mit der Verbilligung der Vervielfältigungstechniken zu tun, mit der Entwicklung des graphischen Know-hows, das nahezu jedermann zugänglich ist, mit der verbilligten Reproduktion auf dem Bildsektor, der Xerographie, der digitalen Methoden und des deutlich verbilligten Buchdrucks, der inzwischen von vielen Verlagen globalisiert ausgeschrieben und den Mindestanbietern zugeschlagen wird.

Dazu kommt, daß analog zur Beobachtung der Nischenbesetzungen durch Vielfalt-Kulturen und dem größeren Interesse an Kunstprodukten auch in der zuständigen Literatur die Wertsehnsüchte mit Quantitätsmerkmalen kompensiert werden. Zweifellos spielen auch andere als Wertvorstellungen eine Rolle: touristische Gesichtspunkte, Identitätsverfestigungen durch Kommunen und Organisationen, Wettbewerbe auf dem Gestaltungssektor des Alltags, Neuerschließung von Märkten und eine Reihe anderer, vor allem merkantiler Dimensionen. Jedenfalls: die Fülle an ernstzunehmender Literatur ist riesig und schwer zu selektieren.

Wenn hier ein bibliographischer Abriß angeboten wird, dann vor allem als Hilfestellung für den Leser mit nochmals vorgenommener Selektion. Die Risken solcher Selektionsmaßnahmen sind allgemein bekannt und zeigen neben meinem persönlichen Subjektivismus, der in dieser Komplexität wohl selbstverständlich sein muß, das Bemühen, den an der Problemstellung interessierten Konsumenten kleine Winke zur eigenen Erfahrung, zu Bildung und Weiterbildung zu ermöglichen. Mit Gewißheit kann davon ausgegangen werden, daß es das zuständige Buch nicht geben kann, sondern nur eine Fülle von angebotenen Informationen, deren Vernetzung im letzten die Aufgabe des Endverbrauchers selbst darstellt, wobei die Intensität, die Dichte und auch die ideologische Wertekategorisierung von ihm abhängt.

Es ist selbstverständlich, in dieser Komplexität große Lücken offenzulassen, auf bestimmte Differenzierungen nicht eingehen zu können und vor allem die Literatur der letzten zwanzig Jahre zu bevorzugen, weil darin immer wieder, ob ausgesprochen oder nur zitiert, wesentliche weiterführende Angaben enthalten ist. Weil andererseits dieses Büchlein selbst eine Art Minimaleinführung zur Fragestellung darstellt, kann nach der Lektüre mit ganz gutem Gewissen eine derart subjektivierte Selektion vom Leser erwartet werden. Er müßte zumindest einiges Rüstzeug dafür erhalten haben.


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Created 2001-04-04