Kultur- und Geistesgeschichte – Proseminar:
Warum nicht Heidegger ? [WS 2009/10]

Freitag, 10:30-12:00, Seminarraum Kulturgeschichte (Franz-Josefs-Kai 5/1/9)

Maria Bussmann
Institut für Kunstwissenschaften, Kunstpädagogik und Kunstvermittlung / Abteilung Kultur- und Geistesgeschichte
Tel: 71133-6501   Fax: 71133-6509  


Heidegger ist seit Farias Buch „Heidegger et le Nazisme“ (1987) vielleicht als Mensch noch umstrittener denn als Philosoph. Eine Reihe von Philosophen wurden und werden nicht müde den „Skandal von Heideggers Einfluß“ anzuprangern. Sein Einfluß ist allerdings nach wie vor unbestreitbar. Exemplarisch lassen sich der frühe Aufstieg Heideggers mit Sein und Zeit (1927), seine große Wirkung, zunächst in Frankreich, seine Verwicklungen in das Nazi-Regime und seine stufenweise Demontage verfolgen.

Was bleibt sind die insbesondere auch für Künstler brennenden, immer aktuellen Fragen der Vernetzung von persönlicher Integrität und Werkqualität.

Ausschnitte aus Heideggers Philosophie mit Schwerpunkt der Texte zur Ästhetik werden behandelt (Sein und Zeit, Der Ursprung des Kunstwerkes, Späte Schriften).

Ferner seine Strategien zur Selbstdarstellung – unter gender-spezifischen Aspekten – beleuchtet. (Darin war er Meister).

Im Mittelpunkt soll aber die philosophische Auseinandersetzung um Heideggers Person stehen, der wir innerhalb der „Heidegger Kontroverse“ mit Texten und Diskussionen nachgehen werden. (Wir hören die Heidegger „Verteidiger“ von Jean Beaufret bis Jacques Derrida und die Argumente der Gegner: Pierre Bourdieu, Georges-Arthur Goldschmidt, Hans Gadamer u.a.)

Es wird sich jedoch herausstellen dass nichts schwarz oder weiß ist und dass es unsere schwierigste Aufgabe bleibt selber Position zu beziehen, – zumal in eigener Sache!

Das Seminar ist besonders an Heidegger-Neulinge gerichtet.


Created 2009-07-30, Last Update 2009-09-15