Kultur- und Geistesgeschichte – Seminar:
Zeit und Kunst: Zeit als Rahmen, Maßstab, Bedingung und Thema von Leben und Kunst. Theoretische Ansätze, historische Befunde, Interdisziplinäre Erkundungen [SS 2010]

Mittwoch, 12:00-13:30 & Blocktermine – Hauptgebäude, Hörsaal 2
1. Termin und Vorbesprechung: Mittwoch, 17. März 2010, 12.00-13.30 Uhr
Bei diesem Treffen werden die weiteren Termine und der genaue Ablauf bekanntgegeben.
2. Termin: Mittwoch, 24. März 2010, 12.00-13.30 Uhr

Hubert-Christian Ehalt
Institut für Kunstwissenschaften, Kunstpädagogik und Kunstvermittlung / Abteilung Kultur- und Geistesgeschichte
Tel: 71133-6501   Fax: 71133-6509   email: hubert-christian.ehalt@wien.gv.at


Der Umgang mit der Zeit ist ein zentrales, soziales und existentielles Phänomen. Das Leben jedes Einzelnen läuft in Zeitabschnitten ab – die Module, die unser Sonnensystem vorgibt (Stunden, Tage, Monate, Jahre) und jene, die der Lebenslauf gestaltet (Kindheit, Jugend, Erwachsenenalter und Alter). Die Zeit ist eine Rechengröße, eine Kategorie der Physik, eine symbolische Übereinkunft, wie das Geld, ein Phänomen, das zwar im kleinen Maßstab des täglichen Erlebens eines Menschen unsichtbar ist, im großen Maßstab aber von der Geburt bis zum Tod führt. Die Wahrnehmung der Zeit, der Umgang der Menschen mit der Zeit änderte sich mit der Geschichte: von einem zyklischen zu einem linearen Zeitbewusstsein. Gegenwärtig ist das herausragendste Wahrnehmungserlebnis der Zeit die sogenannte „Echtzeit“, die Möglichkeit Informationen, Daten ohne Zeitverlust über die Erde zu transportieren. Uns! er Weltbild, die Ökonomie und insbesondere die Kapitalwirtschaft werden durch diese Möglichkeit, ohne Rücksicht auf räumlichen Abstand Verträge und Geschäfte abzuschließen, geprägt. Mit den elektronischen Medien wurde die intensive Kommunikation auf Distanz ermöglicht: man kann lange Gespräche, bei denen man den Gesprächspartner am Bildschirm sieht, über große Distanz führen. Die Kommunikation auf Distanz (e-Mail und Mobiltelefon) ist ein Kennzeichen des aktuellen Beziehungsnetzes.

Für die künstlerische Arbeit sind die zeitlichen Koordinaten ganz zentral. Kunstwerke entstehen in der Zeit, werden in einem Zeitablauf wahrgenommen, dokumentieren Zeitabläufe und werden schließlich in dem großen zeitlichen Kontinuum der Geschichte ständig neu gesehen und gedeutet. Kunstwerken ergeht es wie Lebewesen – sie werden älter. Wenn sie besonders differenziert sind und in einem elaborierten Code sprechen, schließen sie die Möglichkeit ein, dass sie lange jung bleiben, das heißt, den Angehörigen folgender Generationen etwas zu sagen haben.

Die TeilnehmerInnen erhalten eine Einführung in die Geschichte der Zeitwahrnehmung und in die Bedeutung der Zeit als wesentliche Dimension der Schöpfung von Werken und der Wahrnehmung von Werken in einer jeweiligen Gegenwart und im Raum der Geschichte.

Anforderungen: Lektüre eines auf das Thema bezogenen Werkes aus meiner Literaturliste (Zusammenfassung und Rezension); Gestaltung einer Seminararbeit.

1. Termin und Vorbesprechung: Mittwoch, 17. März 2010, 12.00-13.30 Uhr
Ort: Hörsaal 2
Bei diesem Treffen werden die weiteren Termine und der genaue Ablauf bekanntgegeben.

2. Termin Mittwoch, 24. März 2010, 12.00-13.30 Uhr
Ort: Hörsaal 2

Themenbereiche für die Seminararbeit:

Seminararbeit:Künstlerische Arbeit und Kommentar
oder
wissenschaftliche Arbeit auf Literaturbasis, eigenständige und originelle Erarbeitung oder
wissenschaftliche Arbeit auf der Grundlage von Feldforschung


Created 2010-02-15, Last Update 2010-02-24