Kultur- und Geistesgeschichte - Seminar:
Gesamtkunstwerke als Projekte totalitärer Systeme [SS 2002]
Dienstag, 13.00-14.30 Uhr, Seminarraum Kulturgeschichte (Franz-Josefs-Kai 5/1/9)

Pia Janke
Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften - Kunstpädagogik / Kultur- und Geistesgeschichte
Tel: 71133-6501   Fax: 71133-6509   email: pia.janke@univie.ac.at


Zur Diskussion stehen in diesem Seminar das Phänomen des „Gesamtkunstwerkes“ in seinen unterschiedlichen Ausformungen und die historischen Momente, in denen sich (totalitäre) politische Systeme dieser künstlerischen Ausformungen bedienten bzw. sich selbst als große Gesamtkunstwerke inszenierten.

Es wird also vor allem um Fragen des Verhältnisses von Kunst und Politik gehen, um den Anspruch mittels eines alle Sinne ansprechenden Kunstwerkes Ideologie zu propagieren, und um die Formen einer bewußten und gezielten „Ästhetisierung der Politik“.

Der Bogen der im Seminar behandelten Untersuchungsgegenstände wird vom antiken Theater über barocke Feste und Wagners Idee des Gesamtkunstwerkes bis hin zu totalitären Systemen des 20. Jahrhunderts reichen. Anhand faschistischer, nationalsozialistischer und kommunistischer Formen der Selbst-Repräsentation werden moderne „Inszenierungsformen“ von Politik und Propaganda untersucht werden. Die Nürnberger Reichsparteitage des Nationalsozialismus werden dabei ebenso zur Diskussion stehen wie die Erste-Mai-Feiern kommunistischer Länder.

Ergänzen soll dieses Spektrum eine Analyse aktueller „Gesamtkunstwerke“ wie Erlebniswelten, Multiplexkinos und Kaufhäuser – als Ausdruck zeitgenössischer kapitalistischer Totalitätsansprüche.


Created 2002-03-11