Kultur- und Geistesgeschichte – Proseminar:
Antike Mythen als Projektionsflächen des Zeitgeistes [WS 2003/04]

Mittwoch, 10:30-12:00 (pktl.), Seminarraum Kulturgeschichte (Franz-Josefs-Kai 5/1/9)

Ilija Dürhammer
Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften - Kunstpädagogik / Kultur- und Geistesgeschichte
Tel: 0664-5212969   Fax: 71133-6509   email: ilija.duerhammer@chello.at


Was wäre die Kunst ohne ihre Mythen, was besonders die europäische Kunst ohne die antiken, vor allem griechisch-römischen Bilder und Geschichten, an denen man sein je eigenes Profil und seine je eigene Entwicklungsstufe messen, überprüfen und verfeinern kann? Kaum eine Epoche, kaum eine kulturelle Strömung, von der Spät-Antike bis ins 20. Jahrhundert, die diese Möglichkeit nicht genützt hätte. Selbst die moderne Entwicklung der Psychologie hat sich dieser antiken Mythen bedient, um allgemein-menschliche Konstanten festzuhalten und zugleich in ihrer Zeitlichkeit deutlich zu machen. Auch noch heute werden sie neu erzählt, in den bildenden Künsten neu interpretiert, in den verschiedensten Metamorphosen beleuchtet wie beschattet und eröffnen so gleichzeitig Perspektiven wie Erkenntnisse vom eigenen Ich und der eigenen Zeit, sind wie sichtbar zu machende verborgene Koordinaten, die der Veränderlichkeit ihren Halt, ihren Mittelpunkt ermöglichen. Indes sind die künstlerischen Verwandlungen der Mythen immer komplexer geworden, die bewußte Kenntnis (ohne die aber natürlich diese wirksame Energie dennoch nicht vollständig verloren geht) dafür rapide zurückgegangen.

Ein Überblick über das schwindende Wissen und Einblicke in einzelne künstlerische Werke, die mit Mythen Spiel treiben oder sie ernst nehmen, sollen als Hilfestellung zur Erhaltung dienen.


Created 2003-09-24