Kultur- und Geistesgeschichte – Seminar:
Privatheit und Öffentlichkeit. Grenzen und Sphären in Bewegung (18.-21. Jahrhundert) [WS 2006/07]
Montag, 13:00-14:30 Uhr,

ORT: Seminarraum Geschichte 3
(Universität Wien, Institut für Geschichte, 1010 Wien, Dr. Karl Lueger Ring 1, Stiege IX, 2. Stock)


1. Termin 09.10.2006,
Montagtermine & Blocktermine werden am 9.10. bekanntgegeben
[voraussichtlich folgende Termine: 16.10., 10.11., 20.11.2006, ganztägige Blocktermine: 19./20.1.2007]

Manfred Wagner & Christian-Hubert Ehalt
Institut für Kunstwissenschaften, Kunstpädagogik und Kunstvermittlung / Abteilung Kultur- und Geistesgeschichte
Tel: 71133-6500   Fax: 71133-6509   email: manfred.wagner@uni-ak.ac.at


Am Ende des 20. und am Beginn des 21. Jahrhunderts verändern sich Räume, Bedeutungen und Wahrnehmungsformen, Lebenswelten und Diskurse des Öffentlichen und Privaten in einem dynamischen Prozess. Zahlreiche Agenda, die über weite Strecken der historischen Entwicklung der Sphäre der Öffentlichkeit zugeordnet wurden, werden gegenwärtig privatisiert. Gleichzeitig werden die Lebenssphären des Privaten und Intimen insbesondere über die neuen Medien in öffentliche Räume getragen. Soziale, kulturelle und wissenschaftliche Aufgaben, die als Kernbereiche einer öffentlichen Verantwortung erschienen, werden in privaten Händen privaten wirtschaftlichen Nutzungen erschlossen.

Die Ausdifferenzierung der Welt in öffentliche und private Handlungs-, Aufgaben- und Aufenthaltsräume war Ergebnis einer langfristigen Entwicklung eines „Strukturwandels der Öffentlichkeit“, der mit der Herausbildung des modernen Staates seine Konturen und Entwicklungsrichtungen gewann. Im Laufe dieses Prozesses entstanden jene Felder der Öffentlichkeit in Gestalt von Politik, Bildung, Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft ebenso wie die privaten Sphären der Familie, der individuellen Rückzugsräume eines privaten und intimen Lebens. Gegenwärtig werden Inhalte, Grenzen und Bedeutungen von öffentlich und privat neu bestimmt.

Im Rahmen des Seminars wird dieses Problemfeld aus einer historischen, aus einer kulturwissenschaftlichen und aus einer „regelanalytischen“ Perspektive bearbeitet.


Created 2006-09-18