Kultur- und Geistesgeschichte – Seminar:
Kunst und Wunderkammern [SS 2006]

Montag, 12:30-14:00 Uhr, Seminarraum Kulturgeschichte (Franz-Josefs-Kai 5/1/9)

Renate Vergeiner
Institut für Kunstwissenschaften, Kunstpädagogik und Kunstvermittlung / Abteilung Kultur- und Geistesgeschichte
Tel: 71133-0000   Fax: 71133-6509   email: Renate.Vergeiner@uni-ak.ac.at


Lehrveranstaltungsbeschreibung: Die prägnante Wortverbindung fasst die am Beginn der Neuzeit modern werdenden fürstlichen Bestrebungen zusammen, die Welt als sinnvolles Produkt eines gütigen Schöpfergottes zu verstehen.

Souverän (ver)sammelten Rudolf II. in Prag, die Medici in Florenz, Ferdinand II. in Innsbruck, Isabella d´Este in Mantua die Weltwunder in ihren Studioli – Vicino Orsini im Heiligen Wald von Bomarzo – sodaß nun Kunst und Natur, Wahrheit und Fälschung, Schönheit und Anomalie, Heiliges und Teuflisches, Schriftliches und Musikalisches einander ebenbürtig gegenüberstanden.

Menschenwerk und Naturwunder wurden gleichwohl mit Ehrfurcht und Staunen betrachtet und mit altem, neuem oder unvermutetem Sinn erfüllt. Die Authentizität bestand wie die von Reliquien nur innerhalb des Spannungsfeldes von Kunst, Wissenschaft und Religion. Deshalb sind diese hochkomplizierten Sammelsuria aus Kuriositäten, Quisquilia und Quodlibets Allegorien, Allegoresen, Allusionen, Embleme, Devisen der Wissenschaftlichkeit.... Definitionen und ihre praktischen Anwendungen folgen im Seminar.

Anforderungen: Seminarfähigkeit (Nachweis von 2 PS), Anwesenheit, Anwesenheit, Mitarbeit (Liste) mündliches und schriftliches Referat.


Created 2007-02-19