Vortrag

Dienstag, 27. März 2007 – 13 Uhr

Prof.Dr. Gerhard Fröhlich
(Institut für Philosophie und Wissenschaftstheorie, Johannes Kepler Universität Linz)
Plagiate und unethische Autorenschaft
[im Rahmen der Lehrveranstaltung „Einführung in kulturwissenschaftliches Arbeiten (für Dissertanten)“]

Universität für angewandte Kunst, Abteilung Kultur- und Geistesgeschichte
1010 Wien, Franz-Josefs-Kai 5, 1. Stock, Tür 9 – Seminarraum

Die Zahl aufgedeckter Plagiate wächst weiterhin. Ihre Dunkelziffer dürfte ein Vielfaches davon betragen. Aufgrund grassierender unethischer Autorenschaften (inflationäre Ehrenautorenschaften, Ghost Writings) setzen medizinische Journale nun auf den Begriff der „Kontribuentenschaft“, Großprojekte der Hochenergiephysiker auf statutarisch geregelte kollektive Autorenschaften. Welche institutionellen Leitbilder und organisatorischen Kontexte fördern die Bereitschaft zum Plagiieren bzw. unethische Praktikenbeim Publizieren (genauer: bei der Zurechnung wissenschaftlicherLeistungen)? Welche Möglichkeiten bieten Wissenschaftsforschung und Informationswissenschaft, Plagiatsüberprüfungssoftware und Datenbankfunktionen (z. B. „related documents“) bei der Plagiatsbekämpfung? Welche Antworten bieten wissenschaftliche Institutionen? Wieso klagen Betroffene über Verzögerungstaktiken? Sind die Alternativen „informed peer review“ und „open access“?