2004 Sommersemester


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Sandra GIEFING.
Modefotografie 1935-1955 in Österreich und Deutschland.

Wien: Universität für angewandte Kunst Wien – Diplomarbeit 2004

Die Autorin stellt Mode und Modefotografie in einen Zusammenhang, den sie anhand der Materialentwicklung, der ästhetischen Formulierung und der politischen Lebensumstände zu korrelieren versucht. Ausgehend von der Beziehung zwischen Mode und Modefotografie zeichnet Frau Giefing im ersten Kapitel die wesentlichsten ästhetischen und technischen Tendenzen der Modefotografie von der Mitte der 30er Jahre an nach. Die neue Lebendigkeit und die Hinwendung zu Außenaufnahmen fanden mit dem Zweiten Weltkrieg ein vorläufiges Ende in der Rückkehr zur Studioarbeit. Nach dem Krieg dienten die Kreationen zunächst zur Abbildung von Traumwelten, während in den frühen 50er Jahren eine Verbindung von harter Realität des Alltags mit der Traum- und Illusionswelt der Mode zu beobachten ist.

In den folgenden Kapiteln werden Technik, Berufsdimension und Objektrelevanz der Frau systematisch zusammengefaßt (u.a. richtet sie den Focus auf zwei Designer und zwei Fotomodelle).

Den Abschluß der Arbeit bildet ein detailiertes Verzeichnis der Fotografinnen und Fotografen der beiden Länder.


Nicole HECHER.
Avantgarde im Kleinstadtgefüge. Eine Chronik der Welser Galerie A 4 1988-1996.

Wien: Universität für angewandte Kunst Wien – Diplomarbeit 2004

Autonome Kulturinstitutionen jenseits der großen Städte haben einen hohen Stellenwert in der Kunst- und Kulturvermittlung in der Region. Leider sind sie meisten nur eine bestimmt Zeitspanne aktiv und danach werden sie und ihre Ansätze und Erfolge rasch vergessen. Auf Anregung der Mit-Betreiberin hat sich die Autorin die Aufarbeitung eines Galerienschicksals zum Thema gewählt, das wahrscheinlich paradigmatisch für eine bestimme Sozialisation in kleineren Städten verstanden werden könnte.

Diese Aufarbeitung hat sie unter den Kontext von Bild und Rezeption gestellt, also jede persönliche Bewertung bewußt unterlassen, wodurch eine Arbeit zustande kam, die dem Leser respektive dem Konsumenten ermöglicht, sich bestimmten Vorstellungen anzuchließen oder ihnen auch zu widersprechen. Im Kontext unserer Universität ist festzuhalten, daß in der Liste der Ausstellungen zahlreiche Lehrende der Angewandten vertreten sind.


Linda LORENZ.
Die Gesellschaftsfunktion des Essens um 2000 im ruralen Raum (in der Gemeinde St. Egyden/Niederösterreich) sozial und zivilisatorisch betrachtet.

Wien: Universität für angewandte Kunst Wien – Diplomarbeit 2004

In den ersten Kapiteln zeigt die Autorin, daß sie sich gründlich mit der Literatur des Essens beschäftigt hat, insbesondere der Sozial- und Kulturgeschichte. Ausgehend von der Erörterung von Alltags- und Festessen versucht sie, eine Korrelation zu ihrem Umfeld herzustellen. Dies gelingt ihr aufgrund ihrer intimen Kenntnis der Ortsspezifität und der Gesellschaft, der sie sich zugehörig fühlt, aber auch aus ihrem professionellen Wissen um die Gastgewerbebranche.

In Form von teilnehmender Beobachtung aber auch gezielter Befragung präsentiert Frau Lorenz Beispiele sowohl der alltäglichen Essgewohnheiten in der Gemeinde, in der sie Kindheit und Jugend verlebt hat, als auch Zubereitung und Ablauf von Festmählern. Dabei kann sie einen nachvollziehbaren Befund der noch gegenwärtigen Essenskultur des spozifischen kleinen Raumes erreichen, ein Modell, um das sie manche Großstadtsoziologen aus Integrationsgründen beneiden würden.


Maria MEUSBURGER.
Spezifika musealer Kunstvermittlung dargestellt an Projekten für Nichtbesucher.

Wien: Universität für angewandte Kunst Wien – Diplomarbeit 2004

In der Arbeit mit dem auf den ersten Blick paradoxalen Titel stellt Frau Meusburger Möglichkeiten einer quasi extramuralen Museumsarbeit dar. Nach Begriffsklärungen und historischem Abriß zu Geschichte und Struktur von Museen diskutiert sie die Frage, ob es eine Krise der Museen, wie sie derzeit prognostiziert wird, überhaupt gäbe, und erörtert Entwicklung und Konzepte von Kunstvermittlung.

Im thematischen Schwerpunkt der Arbeit stellt sie mehrere europäische Projekte dar, in denen versucht wurde, mit Personen zu arbeiten, die üblicherweise den Weg ins Museum nicht suchen. Das letzte Kapitel widmet sich der musealen Vermittlungsarbeit in Österreich. Immer wieder weist sie auf die Unterschiede der Publikumsbehandlung in Großbritannien und Österreich hin, womit sie zweifellos ein Grundproblem politisch verschiedener Kulturen anspricht. Großbritannien als Modell und europäische Projekte sind spezifische Darstellungsweisen, die, wie es inzwischen oft üblich ist, eher an Randgruppen oder Minoritäten behandelt werden, denn an der Masse der Bevölkerung.

In den Abschnitt über die österreichischen Wege – konkret Projekte im Kunsthaus Bregenz – fließen auch erste eigene Erfahrungen der Autorin mit „Projekten für Nichtbesucher“ ein, die sie während ihrer Praktika im Kunsthaus initiiert hat.


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