Brunnthaler, Elfriede.
Vom Eheschatten in der Kunst? Der Maler Eduard Csank und seine Frau Elisabeth in und auf dessen malerischen Spuren.
Wien: Universität für angewandte Kunst Wien – Diss.phil. 2004

 
[Publikation: Brunnthaler, Elfriede (2005). Vom Eheschatten in der Kunst? Der Maler Eduard Csank und seine Frau Elisabeth in und auf dessen malerischen Spuren (= Angewandte Kulturwissenschaften Wien. 2). Wien: Edition PRAESENS; ISBN 3-7069-0331-8, brosch., 179 S., mit einer CD-ROM];
Buchpräsentation


Kurzfassung | Abstract

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Kurzfassung

Zu Beginn meiner Dissertation über das Ehepaar Elsa und Eduard Csank glaubte ich, dass ich mich mit zwei Künstlern befassen würde, wobei ich annahm, dass die Frau im Schatten ihres Mannes stand. Diese Meinung wurde dadurch erhärtet, dass sich Elsa Csank bei ihrer Arbeit oft neben oder hinter ihren Mann platzierte.

Wollte ich die Künstlerin Elsa Csank ursprünglich aus dem Schatten ihres akademischen geschulten Mannes hervorheben, so verlor dies im Laufe meiner Arbeit immer mehr an Bedeutung.

Allein die Tatsache, dass Elsa Csank sich dem relativ neuen Medium der Fotografie - als Ausgangspunkt und zur Dokumentation ihrer Malerei - zugewandt hatte, spricht für ihre Eigenständigkeit.

Dass sie als Witwe weitermalte und sich weiterhin an den Weihnachtsausstellungen des Mährischen Künstlerbundes beteiligte, spricht ebenfalls gegen eine künstlerische „Abhängigkeit“ von ihm. Elsa und Eduard Csank hatten eine gute Beziehung zueinander. Sie malten die gleichen Motive, jeder aus seinem Blickwinkel und jeder auf seine Art. Bei näherer Betrachtung unterschied sich ihre Behandlung der jeweiligen Motive im Duktus: während er eine malerische Atmosphäre anstrebte, war ihr Anliegen eine möglichst naturgetreue Darstellung des gewählten Motivs, wobei sie eher mit dem Pinsel zeichnete, als malte. Beide blieben sie ihrem Stil treu. Unbeeinflusst von ständig neu aufkommenden europäischen Stilrichtungen, lebten sie in Brünn als angesehenes Künstlerehepaar.

Nach dem Tod Eduard Csanks gelang es ihr, auch in Wien in eine Künstlervereinigung aufgenommen zu werden, den „Segantinibund“, und dort auszustellen. Sie baute sich erneut einen Freundeskreis von Künstlern und Literaten auf. Ihre knappe Pension konnte sie durch das Malen von Blumenstücken, Porträts und Lesezeichen aufbessern. Die Lesezeichen waren auch ein beliebtes Geschenk an ihre Freunde.

Seit über fünfzig Jahren sind die Bilder von Elsa und Eduard Csank nicht ausgestellt worden. Bei der Aufarbeitung ihrer beider Biografien entstand doch der Eindruck, dass sich mit ihnen näher zu beschäftigen lohnen würde.


Abstract

When I began my thesis about the artists Elsa and Eduard Csank I thought I would be dealing with two artists and I expected the woman to be in the shadow of her husband. This idea was rooted in the fact that in her works Elsa Csank always placed herself beside or behind her husband.

Originally I planned to promote Elsa Csank from her academically trained husband’s shadow to the position I thought she deserved. But the longer I worked the less important this became.

The mere fact that Elsa Csank had turned to the relatively new medium of photography, and had made it the starting point for her painting and for documenting the work of both of them, clearly speaks for her artistic independence. Later, when she was a widow, she continued painting and also kept participating at the annual Christmas exhibitions of the Moravian Artists’ Union. This also contradicts any artistic “dependence” on her husband.

The couple enjoyed a fine relationship. They chose the same motifs, each deciding their own angle and style. In carefully analysing their pictures, one notices the fine differences between their works. While he aspired to achieve a picturesque atmosphere, she sought a more realistic presentation of the motif, seeming to use her brush for drawing rather than painting.

Living in Brno as a well-respected husband-and-wife team of artists, both kept their styles, remaining uninfluenced by the numerous European stylistic developments that flourished in those days.

After her husband’s death, Elsa Csank managed to be accepted by a Viennese artists’ union, the so-called “Segantinibund” and she also presented her pictures there. Once again she found her friends among artists and writers. Forced to live on a very small pension she successfully increased her income by painting flower studies, portraits and bookmarks. These bookmarks also made highly desired gifts for her friends.

The Csanks’ works have not been exhibited for more than 50 years, but upon examining their biographies you get the impression that having a closer look at them is well worth while.


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