Adamska, Dagmara .
Polnische Kunst, „Zeit der Wende 1980-1989“.
Wien: Universität für angewandte Kunst Wien – Diss.phil. 2008

 
[Publikation in Vorbereitung]


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Kurzfassung

In Betrachtung der Nachkriegslage des polnischen Künstler und der Kunst fäll auf, dass analog zum Abbau der stalinistischen Kulturpolitik seit Mitte der 1950er Jahre bis zum Niedergang des Systems Ende 1989, eine allmählich Auflockerung der „Erwartungen“ dessen erfolgte, was die Kunst darstellen sollte. Diese Auflockerung war ein direkt proportionaler Vorgang zur Schwächun des Drucks des „Sozrealismus“ im Sinne einer Parteidoktrin, die die Kunst als Propaganda betrachtete. Erst am Anfang der 1980er Jahre gewann die Kunst ihren abrechnenden Charakter zurück Historische Verworrenheiten und Verkettungen politischer Umstände deren Höhepunkt die Entstehung der Unabhängige Selbstverwaltenden Gewerkschaft „Solidarność“ darstellte, spiegelten nicht nur den Hintergrund der Kunstereignisse wider, sondern beeinflussten grundlegend die Abläufe sowie die Aussagen der Werke. Im Zuge dessen gewannen Begriffe wie „Wahrheit“, „Treue“ und „Identität“ wieder an Bedeutung.

Einer der Beweggründe die zur Entstehung dieser Arbeit beigetragen haben, war der Zerfall des kommunistischen Imperiums, insbesondere deshalb, da erst jetzt – fast zwei Jahrzehnte nach dem Fall des Kommunismus – die ganze Bandbreite an Materialien zugängig und somit eine umfassende Untersuchung möglich wurde. Darübe hinaus wird mit der vorliegenden Arbeit die Intention verfolgt, die allgegenwärtige Überzeugung zu revidieren, dass die polnische Kunst zwischen 1980-89 fast ausschließlich auf der Unterstützung der katholischen Kirche und der von ihr veranstalteten Ausstellungen basierte. Durch Aufdecken zahlreicher Alternativen, die die Künstler neben der Unterstützung der Kirche in Betracht ziehen konnten, wurde der Einfluss der katholischen Kirche auf die Kunst durch diese Arbeit relativiert.

Die betrachtete Periode zwischen 1980-89 wird auch als Polnische Kunst in der Zeit der Wende 1980-1989 bezeichnet. Viele Erscheinungen dieser Zeit haben eine eigene Geschichte, die parallel zu der weiter begriffenen Kunstgeschichte verläuft. Vor diesem Hintergrund erscheint eine Gliederung der Arbeit in sechs Themenbereiche notwendig:

Dabei wird die Kunst nicht als eigenständiges unabhängige Phänomen sondern als Ergebnis des Zusammenspiels von Kunst, Politik, Gesellschaft und der katholischen Kirche betrachtet. Die Polnische Kunst in der Zeit der Wende 1980-1989 stellt demnach keine vollständig Monographie der Kunstgeschichte zwischen 1980 bis 1989 dar. Sie bildet keine erschöpfend Synthese ab, versucht aber die Mechanismen und Ereignisse aufzudecken, mit welchen die Kunst der 1980er Jahre zu kämpfe hatte und welche sie hinterlassen hat.


Abstract
The problem of the Polish art 1980-1989

Looking back at the post war situation of the Polish artist and his works one can notice that with time, that is from the moment of disassembling of the Stalinist politics of culture in the middle of the fifties till the collapse of the system in the end of 1989, gradual loosening of awaitings what the art should present in Poland.

It was a directly proportional process for cushioning the pressure of the socialist realism, comprehended as a party doctrine treating art as propaganda. Only the eighties gave art back its accounting character. Historical elaborateness, coincidences of political life and uprising of independent NSZZ association Solidarność defined the background of the events and had a fundamental influence on the artists’ life and their works.

Again, after a long period of silence, words such as “truth”, “faithfulness”, “identity” regained their meaning.

The reason why I decided to write this work was undoubtedly a fall of the Communist system in Poland. Even though it theoretically took place several years ago, only recently entire new materials were revealed, which to a considerable degree helped in conducting the research. Last but not least reason, was my desire to examine widely prevailed conviction that art of the beginning of the eighties was exclusively bound with the Roman Catholic Church and its exhibition possibilities. Complicated problem of interrelation of the Church and the art will remain rendered relative, proving that it was not only alternative that artists could use at that time. Described period was named “Polish Art in the Transformation Period of 1980-1989”. A lot of arising phenomena then, had their own stories which were running parallel to the history of art. Therefore, dividing the thesis into 6 thematic groups was essential

The art itself is not perceived autonomously but as an interactive entangling phenomenon between: art, politics and the Roman Catholic Church. This work is not a full monograph on history of art in the years 1980-1989. It is not a profound synthesis too, but it tries to discover mechanisms and phenomena with which the art in these years contended and what left behind.


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