Jandl-Jörg, Eva.
Ein Ganzes also endlich. Die Glasmalerei der Jahrhundertwende am Beispiel von Koloman Mosers Glasfenstern der Kirche am Steinhof.
Wien: Universität für angewandte Kunst Wien – Diss.phil. 2008


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Kurzfassung

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Glasmalerei zur Jahrhundertwende in Österreich und besonders mit den Glasfenstern Koloman Mosers in Steinhof. Sie bilden aufgrund ihrer Einzigartigkeit in Material und Technik den Kulminationspunkt dieser Kunstgattung in Europa.

Ab dem 19. Jahrhundert entstanden mit der Wiederbelebung der Glasmalerei bedeutende gläserne Ausstattungen in Österreich. Waren anfänglich Kirche und Adel die hauptsächlichen Auftraggeber der Glasmalereien, kam mit dem wirtschaftlichen Aufschwung eine neue Klientel dazu. Die Bourgeoise wollte es den Adeligen gleich tun und so entstanden zahlreiche repräsentative Privatbauten mit luxuriösen Interieurs. Handwerker und Firmen passten sich den individuellen Anforderungen an und es begann ein florierendes Geschäft mit exquisiten Innenausstattungen. Zahlreiche Firmen wie Portois & Fix und Jakob & Josef Kohn boten von der Planung, den Möbeln bis hin zu den Glasfenstern kompletten Gesamtausstattungen an. Man arbeitete mit Kunsthandwerker zusammen und später belebten die Künstler der Secession und der Wiener Werkstätte den Markt mit ihren originellen Arbeiten. Unter ihnen war auch Koloman Moser, der nicht nur ein ausgezeichneter Grafiker und Entwerfer von dekorativem Kunsthandwerk war, sondern auch einige Glasfenster für Ausstattungen in Profanbauten gestaltetet. Seine Entwürfe für Glasmalereien entstanden nur nach Auftrag von befreundeten Architekten wie Otto Wagner, Josef Hoffmann, Max Fabiani und Leopold Bauer.

Der Architekt Otto Wagner, der seine Gebäude und auch die eigenen Wohnräume mit künstlerisch gestalteten Glasflächen ausstattete, lud Koloman Moser zur Gestaltung der Fenster der Kirche am Steinhof ein. Nach einer schwierigen Umsetzungsphase wurden sie schlussendlich ausgeführt. Heute stellen die Glasfenster, wie Vergleiche zeigen den bedeutendsten und komplett erhaltenen Fensterzyklus in einem Sakralgebäude des Jugendstils dar.


Abstract

This thesis deals with stained glass in Austria around 1900, focusing on the stained glass windows by Koloman Moser in the Kirche am Steinhof (Vienna); thanks to their uniqueness, they represent the culmination of this genre in Europe. The genesis of these windows as well as the technique and material employed in their production will be placed in an art-historical context and treated within the larger framework of cultural history.

From the 19th century onwards, the revival of the art of stained glass window making resulted in the creation of several important glass fittings in Austria. While, in the beginning, it was mainly the church and the nobility who commissioned stained glass, the economic boom created a new clientele: the middle classes. Striving to rival the aristocracy, they had a great number of prestigious private houses built, all with luxurious interiors. Artisan workshops adapted to the individual needs of their clients, and the production of exquisite interior decorations began to grow. Closely collaborating with craftsmen, numerous firms offered the planning of complete interiors from furniture to glass windows. The designs by artists of the Secession and the Wiener Werkstätte further stimulated the market. One of them was Koloman Moser, an excellent graphic artist and creator of decorative works of craftsmanship. His architect friends, who included Otto Wagner, Josef Hoffmann, Max Fabiani and Joseph M. Olbrich, commissioned him also to design some stained glass for secular buildings.

In 1904, the architect Otto Wagner, who had his buildings as well as his own apartment fitted with artistic panes of glass, invited Koloman Moser to design the windows of the Kirche am Steinhof. After a difficult project phase overshadowed by numerous debates, they were eventually executed to an altered design. Today the stained glass represents one of the most important cycles of ecclesiastical Art Nouveau windows still fully preserved.


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