Kern, Anita.
Von der Reklamekunst zum Kommunikationsdesign. Grafikdesign in Österreich im 20. Jahrhundert.
Wien: Universität für angewandte Kunst Wien – Diss.phil. 2007

 
[Publikation: Kern, Anita (2008). Österreichisches Grafikdesign im 20. Jahrhundert (= Design in Österreich. 2). Hg. DesignAustria. Salzburg: Anton Pustet 2008; ISBN-13 978-3-7025-0586-8, 500 Seiten, geb., zahlr. farb. Abb.; Verlagsinfo | www.amazon.de]
Buchpräsentation: 5. Juni 2008; Presseinfo PDF


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Kurzfassung

Österreich errang nach 1900 mit Produktdesign Weltruhm, fand mit Grafikdesign am Anfang des 20. Jahrhunderts international Beachtung: Österreichische Grafikdesigner waren maßgeblich an der Entwicklung des modernen Plakates beteiligt. Mit der Zeit nach 1945 werden kaum Namen oder Arbeiten assoziiert.

Österreichische Grafikdesigner gehören mit ihren Arbeiten zu den »bekannten Unbekannten der visuellen Kultur des 20. Jahrhunderts« (Bernhard Denscher). Mit Design wird gemeinhin Produktdesign assoziiert. Noch weniger als zweidimensionales Design im allgemeinen, ist österreichischesGrafikdesign im Bewußtsein verankert, obwohl es international Relevanz gehabt hatte — österreichische Grafikdesigner waren maßgeblich an der Entwicklung des modernen Plakates beteiligt —, bevor es durch den gewaltsamen Bruch der NS-Zeit und der darauffolgenden Ära des »Kalten Krieges« in die relative Bedeutungslosigkeit katapultiert wurde.

Danach »erholte« es sich zwar — im Sog der bildenden Kunst-, Architektur- und Literaturbewegungen der 1960er und 70er Jahre —, um nach dem Eklektizismus der 1980er eine neue Blüte in den 1990er Jahren zu erleben, erlangte aber nicht mehr die Eigenständigkeit einer »Viennese Group« (um Julius Klinger) der 1920er Jahre oder eines Joseph Binder in den 1930ern. Eigenständigkeit und Innovation sind der angewandten Grafik in Österreich nur in der Frühzeit, im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts, zu bescheinigen.

Diese erste Bestandsaufnahme des österreichischen Grafikdesigns der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts — im Sinne einer selektiven Dokumentation — bedarf eines (Über-)blickes zurück in die erste Hälfte des vergangenen Jahrhunderts, auf deren große Design-Bewegungen und Protagonisten in der angewandten Gestaltung, die bis heute ihre Wirkung haben.

Zur Betrachtung des Grafikdesign nach 1945 wurden Biografie, Werk und historischer Kontext von fünfzehn ausgewählten Grafikdesignerpersönlichkeiten herangezogen. So individuell diese Personen und ihr Werk sind — sie stehen für die Zeit, in der sie wirkten und wirken. Ihr Werk ist stark von den sozialen und ökonomischen Voraussetzungen der jeweiligen Epoche beeinflußt, ihre grafischen Arbeiten sind ein eindrucksvolles Spiegelbild der Zeit.

Aus diesem kulturellen Kontext heraus werden auch die unterschiedlichen Entwicklungen von Ost- und Westösterreich erklärbar.

Auf der Suche nach etwas typisch Österreichischem im Grafikdesign kristallisierten sich die Mechanismen einer internationalen Entwicklung von Formensprache heraus — auch schon lange vor der weltweiten Vernetzung. Visuelle Sprache war und ist etwas übernationales, ist höchstens regional gefärbt.


Abstract

  http://www.uni-ak.ac.at/culture/diss-abs/Kern-2007en.pdf



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