Spohn, Anna Margareta.
Helga Philipp. Eine Monografie.
Wien: Universität für angewandte Kunst Wien – Diss.phil. 2006

 
[Publikation: Spohn, Anna Margareta (2007). Helga Philipp – eine Monografie (= Angewandte Kulturwissenschaften Wien. 6). Wien: Edition PRAESENS; ISBN-10 3-7069-0427-6, ISBN-13 978-3-7069-0427-8; ca. 280 Seiten, Broschur. Mit SW-Abb.]; Verlagsinfo, www.amazon.de
Buchpräsentation: 11. Juni 2007 [Einladung/Info, Einladung/Flyer]


Kurzfassung | Abstract

Back to list chronologisch/by year | alphabetisch/by name


Kurzfassung

Der vordergründige Inhalt der vorliegenden Dissertation ist die Aufarbeitung der Biografie und des Gesamtwerkes der Vertreterin der konkreten Kunst Helga Philipp (1939–2002). Ziel ist es, ihr Werk, das bisher unaufgearbeitet blieb, zu würdigen und für die Nachwelt zur Verfügung zu stellen.

Die konkrete Kunst hat in Österreich nie viel Zuspruch erhalten und spielte somit auch in den Kunstwissenschaften des Landes keine große Rolle. Meist wird an einer am Barock orientierten und epischen, österreichischen Kunst geforscht, da dieser Aspekt als identitätsbildend für das Land angesehen wird. Dennoch haben die Konkreten und ihre geistigen Vorgänger in der Literatur, der Musik und der bildenden Kunst Österreichs eine Tradition, die – wenn auch durch den zweiten Weltkrieg unterbrochen – einem internationalen Vergleich standhalten kann.

Ausgegangen wird von der These, dass eine biografische, kulturwissenschaftliche Annäherung an das Phänomen Künstler – in seinem Werk und seiner Person – Ergebnisse liefert, die das Erkenntnisvermögen der heutzutage vorzugsweise praktizierten Bildwissenschaften ergänzend übersteigt. Das Werk der Künstlerin wird in einem kunsthistorischen Zusammenhang gesehen und innerhalb der Kunstgeschichte Österreichs platziert. Vor allem aber ist das Augenmerk auf die individuelle Entwicklung der Künstlerin gerichtet. Denn dem Künstler als höchst individualisiertem Subjekt in der Gesellschaft kann man nur durch eine ebenso individualistisch durchgeführte Analyse gerecht werden. Die Erarbeitung des Lebens und Werkes eines Künstlers ist eine Grundlage um diese später in einen sinnvollen historischen Zusammenhang stellen zu können.

Helga Philipp hat relativ unabhängig von äußerem Erfolg, primär im Interesse des Fortschrittes und der Entwicklung ihrer Kunst gearbeitet. Sie ist ein Beispiel für eine selbst bestimmte Schaffende, die ihre Arbeit immer über ihre persönlichen Interessen gestellt hat. Sie hat sich in ihren Gestaltungsmitteln und Themen stark beschränkt und es in diesen „Spezialgebieten“ zu einer hohen Perfektion und Fluktualität (die Fähigkeit eine Idee mit möglichst vielen Themen oder ein Thema mit möglichst vielen Ideen ausstatten zu können) gebracht. Wahrscheinlich ist dies der Aspekt in der Kunst Helga Philipps, der diese für die meisten Rezipienten so unzugänglich und so schwer verständlich werden lässt.

Die vorliegende Arbeit fokussiert sich auch im Speziellen auf die frühkindliche Entwicklung Helga Philipps, die – wie von vielen Seiten bewiesen wurde und auch in dieser Arbeit bestätigt wird – den bedeutendsten Einfluss auf die Persönlichkeitsbildung hat. Der Kindheitsbiografie ist ein verhältnismäßig umfangreicher Teil des Textes gewidmet. Die Monografie Helga Philipps soll somit auch ein Zugeständnis an die Biografiewissenschaften sein.

Ebenfalls beinhaltet die Dissertation einen Ansatz für eine Definition der Kunst, die im Allgemeinen als „konkret“ bezeichnet wird. (Kapitel 5) Dass dieser hauptsächlich von der Absicht des Schaffenden ausgehende Erklärungsansatz berechtigt ist, belegen die Werkbeschreibungen.


Abstract

This thesis primarly consists the complete artistic work and biography of Helga Philipp (1939–2002), an Austrian representative of concrete art. Up till now her work was not documented nor was it completely avaliable for public knowledge or consultation.

In Austria concrete art was never completely acknowledged and therefore it never played an important part in the country´s art history either. Presently, most of the Austrian art research being done, is still orientated towards the baroque style due to this major aspect of identification with the country. However, concrete art is based on a long tradition of literature, music and visual arts and stands up to an international comparison.

This thesis is based on the assumtion that a biographic-cultural-historical approach to an artist as a phenomenon (his work and his personality) delivers results, that complete traditional practice of todays science of visual arts and its findings.

The artistic work of Helga Philipp is seen in historical context and placed within the art history of Austria. Special attention is focused on the personal developement of the artist. Only an individualized analysis does justice to the highly individualistic concept „artist“ in the context of society. The acquisition of life and work is the foundation for further research.

Helga Philipp worked for more than 40 years completely independant of the requirements of the art market, she concentrated primarily on progressing her work. The technical means and themes Philipp used were minimal, but in this „special fields“ she reached a high degree of perfectionism.

This thesis discusses also Philipps early childhood which had a considerable influence on the development of her personality and consequently also on her artistic work. The monograph therefore is also a concession to biographical research in general.

The dissertation includes an approach for defining the kind of art that is generally known as „concrete“.


back to list chronologisch/by year | alphabetisch/by name