Buchreihe: Angewandte Kulturwissenschaften Wien

Reihenherausgeber: Manfred Wagner

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... aus dem Vorwort zum ersten Band:

„Es ist nun nach langen Bemühungen endlich gelungen, eine neue Reihe mit dem Titel Angewandte Kulturwissenschaften Wien an der Lehrkanzel für Kultur- und Geistesgeschichte (nunmehr Abteilung) der Universität für angewandte Kunst Wien zu etablieren. Zielsetzung ist es, vor allem die Dissertationen, die an dieser Lehrkanzel approbiert wurden, einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen, weil sie tatsächlich allesamt mit konkreten Anwendungen von Kulturwissenschaft befasst sind und durchwegs ungewöhnliche Erkenntnisse liefern. [...]

Die Lehrkanzel für Kultur- und Geistesgeschichte kann aufgrund der Nominalfachbestimmungen nur eine Methodenschule bieten, weil die Themenstellungen, die die jungen Doktoranden einbringen, zu heterogen sind. Der Bereich Kulturwissenschaften umfasst also nicht nur die Enge von Cultural Studies, sondern auch den komplexen Bereich von Kulturgeschichte, vor allem im Zusammenhang der konstitutiven gesellschaftlichen Faktoren. Kultur als die spezifische menschliche Erscheinungsform, die das Wesen Mensch von allen anderen Spezies unterscheidet (Sigmund Freud), ist also wissenschaftlich bearbeitet ein Methoden- und Querschnittstableau auffälliger Phänomene, wobei die Historiographie eine wichtige Rolle spielt, die eigene Position unzweifelhaft gekennzeichnet wird, die eigene Ausgangsideologie nur als eine von denkbaren Interpretationsweisen verstanden und generell von einem multiperspektivischen Ansatz ausgegangen wird. Was die Arbeiten von vergleichbaren universitären Dissertationen unterscheidet, ist vermutlich die Argumentationsfähigkeit durch das ästhetische Material selbst, das in Abbildungen, Verweisen, beigelegten CDs als Erkenntnisquelle auftritt und mit entsprechend sorgfältiger Beobachtung der kognitiven Erfahrung zur Seite steht. Deswegen ist auch die äußere Form gemäß dem Grundsatz Inhalt = Thema mal Form ein Botschaftsaspekt des Inhaltes und nicht ein bloßes Beilagendokument.

Vielleicht wird die Breite der Themenstellungen Erstaunen erregen, wobei allerdings immer eingeräumt werden muss, dass in der Zweitbegutachtung spezifische der Thematik eng nahestehende Fachspezialisten herangezogen werden, die in ethnologischen, technischen, philosophischen und anderen Fragen echte und ernsthafte Hilfestellungen leisten. Die Verknüpfung aller dieser Faktoren und vor allem auch der politischen Realität mit ästhetischen Ausdrucksdimensionen ist das zentrale Spezialfach des Dissertationenbetreuers, auf das letztendlich jedes Thema gründen muss und deswegen auch einschlägig beurteilt werden kann. [...]“

Manfred Wagner


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Created: 22 June 2005, Last Update: 01 October 2008