Abstracts A-H

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Vorläufig sind nur die Abstracts der Plenarvorträge online verfügbar; die Abstracts der Sektionsvorträge können Sie kurz vor der Veranstaltung lesen.
For the time being, only the abstracts of the plenary lectures are available online; you can read all abstracts of the section papers shortly before the event.


Vladimir Biti (Zagreb)
(Plenum)
Die dargestellte Undarstellbarkeit: Der Mythos vom unentrinnbaren Wirklichkeitsentzug

Obwohl die Kritik des sog. Repräsentationsparadigmas vor allem als das ausgesprochene theoretische Erbe der '68er-Wende betrachtet wird, läßt sie sich in einer bewundernswert erarbeiteten Form bereits bei den herausragenden Protagonisten der Moderne finden. In meinem Beitrag werde ich versuchen, diesen Leitfaden der Moderne bis zu seinen üblicherweise als postmodern gerühmten Ausprägungen zu verfolgen, um dadurch einerseits zu zeigen, wie schwer es sich manchmal erweist, das postmoderne vom modernen Moment, und sei es auch bei einem und demselben Denker, abzusondern, andererseits aber zugleich darzulegen, welche weitreichenden ethisch-politischen Konsequenzen solch eine sorgfältige Absonderungsarbeit miteinbezieht.
 


Hans Bozenhard (Dresden)
(Plenum)
Mythos - Ursprung, Rolle und Funktion in Vergangenheit und Gegenwart

Die Herausbildung des Mythos, d.h. mythischer Vorstellungen, Denk- und Verhaltensweisen, ist von einer bestimmten Evolutionsstufe des Menschen und der menschlichen Gesellschaft an wesentlicher und inhärenter Entwicklungsfaktor. Der Mythos ist eine entscheidende Bedingung zur Begründung und Stabilisierung der prähistorischen und traditionellen sowie der ersten Klassengesellschaften und dient damit zugleich auch als Herrschaftsinstrument der Führungsgruppen bzw. der herrschenden Klassen. Die Entwicklung der Gesellschaft führte nicht nur zu deren sozialer Differenzierung, sondern begünstigte auch die Entstehung von Philosophie und Wissenschaft. Fortan ist die Auseinandersetzung zwischen der fortschreitenden wissenschaftlichen Erkenntnis und den auf dem Mythos aufbauenden religiös-mythischen Auffassungen, Mysterien, Kulten, Ritualen usw. ein Wesenszug gesellschaftlicher Evolution. Die Semiotik befaßt sich mit dem Mythos als einer Erscheinung, die durch Historizität, Systemhaftigkeit und Semiotizität gekennzeichnet ist. Obwohl die Mythen mitbestimmend für die Komplexität und Totalität eines großen Zeitabschnittes der Menschheitsgeschichte sind und durch eine zunehmende Verwissenschaftlichung unserer Kenntnisse und Erkenntnisse z.T. abgelöst wurden, wirken sie in den folgenden historischen Epochen fort, und ihre Entstehungs- und Wirkprinzipien - hier handelt es sich offensichtlich auch um allgemeine semiotische Prinzipien - begünstigen in der neueren Zeit trotz unterschiedlicher historischer Bedingungen das Entstehen neuer Mythen in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens.
 


 


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