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ÜBER DIE SAMMLUNG |
„Die Sammlung bildet das kulturelle Gedächtnis unserer Universität und trägt wesentlich zu ihrer Identitätsbildung bei. Sie spiegelt die Geschichte des Hauses bis zurück zur Gründung als Kunstgewerbeschule 1867. Derzeit umfasst der Sammlungsbestand rund 60.000 Objekte. Der Ausbau der Sammlung soll im Hinblick auf die zeitgenössischen Entwicklungen in Kunst, Design und Architektur verstärkt werden und die Dokumentation der kreativen Arbeit unserer heutigen AbsolventInnen und Lehrenden im Vordergrund stehen. Die Zukunft der Sammlung liegt in ihrer Rolle als Forschungszentrum zu den kontinuierlich erweiterten Sammlungsbeständen. Die Identität unserer Universität kann dadurch historisch befragt und in Bezug auf Aktualitäten jeweils neu definiert werden.“ (Aus dem Entwicklungsplan 2005 der Universität für angewandte Kunst.)
Zu den Kristallisationspunkten des Wiener Jugendstils gehörte
die k. k. Kunstgewerbeschule. Die Anfänge unserer Sammlungsbestände
gehen wohl bereits auf diese Zeit zurück. Wichtige Beispiele
bilden etwa Gläser von Kolo Moser und Essbesteck von Josef
Hoffmann, die ja beide als Professoren an unserem Haus tätig
waren. Zudem wurden seit jeher historische Kostüme für
Unterrichtszwecke gesammelt, dokumentiert und aufbewahrt.
Die jüngere Archiv- und Sammlungsgeschichte unserer Institution
ist dadurch gekennzeichnet, dass erstmals 1963 eine Bedienstete – Prof.
Emma Wolenec - durch die damalige Akademie für angewandte
Kunst unter ihrem Präsidenten Ceno Kosak bestellt wurde,
um die „Errichtung von Dokumentationen und Sammlungen“ durchzuführen.
Unter Rektor Johannes Spalt wurde 1978 die Leitung des Hochschularchivs
erstmals als wissenschaftliche Planstelle definiert und adäquat
aufgewertet.
Während des Rektorats von Oswald Oberhuber wurden ab 1979
verstärkt Kunstwerke erworben. Die heutige Verbindung von
Kunstsammlung und historischer Dokumentation wurde unter Dr. Erika
Patka etabliert. Sie leitete die Sammlung von 1980 bis 2004 und
baute sie zur heutigen Struktur aus. Unter Rektor Dr. Gerald Bast
wurde 2004 die historisch bedeutende „Sammlung Kostüm
und Mode“ des Hauses mit ihren 5500 Objekten in den Bestand
der Hauptsammlung integriert.
Was, wie und wozu sammelt die Universität für
angewandte Kunst?
Ankäufe, Schenkungen – und was mit ihnen passiert
Die Sammlung unserer Universität hat sich im lauf der Zeit aus einem Hochschularchiv zu einer Einrichtung des Hauses entwickelt, an dem Forschung und Vermittlung in einer Reihe von komplexen Abläufen
erfolgt.
Im Bestand der Sammlung gibt es mehrere Schwerpunkte,
die sowohl im österreichischen Kontext als auch international von Bedeutung sind. Dazu gehören:
- Kunst der Wiener Werkstätte, Jugendstil, Wiener Moderne
- Architekturmodelle bedeutender Bauten der österreichischen Moderne
- Beispiele aus allen Bereichen der angewandten und bildenden Kunst des 20. Jhs.
- Die Sammlung Kostüm und Mode mit historischem Bestand seit dem 18. Jh.
- Das Oskar-Kokoschka-Zentrum (Studienbibliothek, Fotosammlung, Archivalien, seit 2005 die private Bibliothek von Oskar und Olda Kokoschka)
- Der Nachlaß Margarete Schütte-Lihotzky
Die Bedeutung dieser Bestände zeigt sich daran, dass sie laufend als Leihgaben für große internationale Ausstellungen angefragt werden. Dazu gehörten beispielsweise im Jahr 2005 Ausstellungen in Paris/Grand Palais, Brüssel/Palais des Beaux-Arts, Bilbao/Guggenheim Museum, St. Petersburg/Eremitage, Frankfurt/Schirn Kunsthalle, Brighton Museum & Art Gallery, Stockholm/Svenskt Tenn.
Mit den eingenommenen Leihgebühren und mit Gebühren für Bildrechte bei Publikationen können durch die Sammlung - in sehr begrenztem Umfang - Ankäufe durchgeführt werden. Diese Ankäufe gelten hauptsächlich Werken von eigenen AbsolventInnen der jüngeren und jüngsten Generation. Mit wenigen Ausnahmen entstanden die angekauften Werke zwischen 2002 und 2005. Vielfach wurden der Sammlung wichtige Werke, aber auch Dokumente oder Forschungsmaterialien, von ehemaligen Professoren, von AbsolventInnen und von anderen Mäzenen geschenkt.
Die Sammlung verfügt über keine permanente Ausstellungsmöglichkeit. Daher sind Ausstellungsbeteiligungen, eigene Ausstellungen, Dauerleihgaben im eigenen Haus und bei Institutionen und Firmen wichtige Präsentationsmöglichkeiten. Die nicht gezeigten Bestände der Sammlung sind in verschiedenen Depots gelagert und bedürfen dauernder Depotbetreuung und konservatorischer Pflege.
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FORSCHUNG UND VERMITTLUNG |
Die Sammlung ist für Benützer und ForscherInnen permanent
zugänglich. Die im Laufe vieler Jahre kontinuierlicher Dateneingabe
aufgebaute Datenbank umfasst heute rund 50.000 Datensätze
mit fast 20.000 Abbildungen. Unsere Institution gehörte zu
den ersten Sammlungen Österreichs, an denen, nach einer internationalen
Ausschreibung, eine professionelle Museum Collection Management
Software eingeführt wurde. Viele der Forscher recherchieren
in Personalakten und Archivalien, die ab der Gründungszeit
der k. k. Kunstgewerbeschule vorhanden sind. Die Daten aller Studierenden
ab 1868 werden in einer 4d-Datenbank verwaltet und laufend ergänzt.
Seit vielen Jahren führt die Sammlung der Universität
Forschungsprojekte zu unterschiedlichen Themenbereichen aus der
Geschichte unsereres Hauses und zu den mit ihm verbundenen KünstlerInnen
durch. Mehrere Projekte wurden durch den Fonds zur Förderung
der wissenschaftlichen Forschung in Auftrag gegeben, auch die Österreichische
Nationalbank unterstützte die Sammlung in der Forschungsarbeit.
Die Sammlung ist in die Lehre der Universität durch Vorlesungen
und Seminare, durch Forschungskooperationen mit anderen Instituten
des Hauses (besonders Institut für Konservierung und Restaurierung)
integriert. Unsere Forschungsergebnisse, Symposien und Ausstellungen
werden in entsprechenden Publikationen dokumentiert.
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